2x Nein zum Angriff auf das Mietrecht

FAQ - Frequently Asked Questions

Hier finden Sie Antworten auf Ihre Fragen zum Doppel-Referendum ¬ę2 x Nein zum Angriff auf das Mietrecht¬Ľ. Haben Sie weitere Fragen? Gerne beantworten wir Sie Ihnen. Schreiben Sie uns eine E-Mail an info@mietrechts-angriff-nein.ch.

Weshalb lanciert der MV ein Referendum?

Weshalb gibt es ein Doppel-Referendum Mietrecht?

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Die Immobilien-Lobby will das Mietrecht mit einer ganzen Serie von Vorst√∂ssen im Parlament schw√§chen. Ihr Ziel ist klar: noch mehr Rendite. Ihr Vorgehen ist perfide: Weil von der Immo-Lobby orchestrierte Parlamentarier*innen bewusst darauf verzichtet haben, die Gesetzesrevisionen wie √ľblich zu einer Vorlage zusammenzufassen, muss gegen jede Gesetzes√§nderung einzeln das Referendum ergriffen werden. Die Immo-Lobby w√§hlt diese Salamitaktik absichtlich, um die Gegenwehr zu erschweren. Aber wir lassen uns nicht einsch√ľchtern und ergreifen das Referendum, wenn n√∂tig auch mehrmals. Die zwei ersten dieser Gesetzesrevisionen werden vom Parlament voraussichtlich im Herbst 2023 verabschiedet. Dagegen werden wir uns mit einem Doppel-Referendum wehren.

Worum geht es beim Angriff auf das Mietrecht?

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Der erste Angriff der Immobilien-Lobby zielt darauf ab, den K√ľndigungsschutz zu schw√§chen. Oberfl√§chlich betrachtet geht es bei den zwei Gesetzesrevisionen um den Eigenbedarf der Vermieterseite und um die Untermiete. In Tat und Wahrheit geht es der Immo-Lobby aber einzig und allein darum, den K√ľndigungsschutz aufzuweichen, sodass Mieter*innen einfacher aus ihren Wohnungen oder Gesch√§ftsr√§umlichkeiten geworfen werden k√∂nnen. Dagegen wehren wir uns mit einem Doppelreferendum.

Und das ist nicht alles: Die n√§chsten Angriffe auf das Mietrecht sind schon aufgegleist. K√ľnftig soll es f√ľr Vermieter*innen noch einfacher werden, √ľberrissene Mietpreise zu verlangen. Und die M√∂glichkeiten der Mieter*innen, sich dagegen zu wehren, werden eingeschr√§nkt. Die entsprechenden Gesetzesvorlagen sind bereits in der Pipeline. Auch dagegen werden wir uns per Referendum wehren m√ľssen.

Wie kann ich das Doppel-Referendum unterst√ľtzen?

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Ein Doppelreferendum ergreifen zu m√ľssen, ist mit grossen Kosten verbunden. Wir sind deshalb sehr dankbar f√ľr eine Spende, mit der wir z.B. Plakate, Flyer und Unterschriften-Sammelaktionen finanzieren k√∂nnen, sodass unsere Kampagne in der √Ėffentlichkeit breit wahrgenommen wird.

Wenn Sie √ľber das Referendum und die Kampagne informiert bleiben m√∂chten, abonnieren Sie unseren Newsletter.

Worum geht es beim Doppel-Referendum?

Worum geht es bei der Gesetzesrevision zur Untermiete?

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Nach geltendem Recht ist die Untervermietung ein Recht der Mieter*innen. Sie m√ľssen jedoch die Zustimmung der Vermieterseite einholen. Diese Zustimmung kann jedoch unter bestimmten Voraussetzungen verweigert werden.

Die Gesetzesrevision f√ľhrt nun eine Reihe von einseitigen und willk√ľrlichen Gr√ľnden f√ľr die Vermieterseite ein, die Untervermietung zu verweigern oder den Mietvertrag der Person zu k√ľndigen, die ihre Wohnung untervermietet.

So kann eine Untervermietung abgelehnt werden, wenn sie l√§nger als zwei Jahre dauert. Diese √Ąnderung entspricht nicht den Realit√§ten der beruflichen und studentischen Mobilit√§t. Es ist √ľblich, die Schweiz zu verlassen, um anderswo f√ľr mehr als zwei Jahre zu arbeiten und ein Studium dauert in der Regel l√§nger.

Ausserdem wird ein ausserordentliches K√ľndigungsrecht f√ľr die Vermieterseite eingef√ľhrt (K√ľndigungsfrist von 30 Tagen), wenn der/die Mieter*in gewisse Formvorschriften nicht einh√§lt. Es ist v√∂llig unverh√§ltnism√§ssig, dass die Vermieterseite einen Mietvertrag k√ľndigen kann, nur weil der/die Mieter*in einfache Formalit√§ten nicht einh√§lt. Eine Mieterin k√∂nnte z. B. vergessen, eine √Ąnderung im Untermietvertrag mitzuteilen und k√∂nnte daraufhin aus ihrer Wohnung geworfen werden.

Das neue Gesetz unterscheidet zudem nicht zwischen ganzer und teilweiser Untervermietung. Die Untervermietung eines Zimmers einer Wohnung, um dort eine Wohngemeinschaft zu gr√ľnden (sehr h√§ufig bei Studierenden, jungen Erwachsenen und √§lteren Menschen), ist ebenfalls von den neuen sehr strengen Regelungen betroffen.

Dies gilt auch f√ľr gewerbliche Mieten. Es ist sehr √ľblich, dass Unternehmen R√§umlichkeiten untervermieten. Mit dieser neuen Gesetzgebung k√∂nnen Vermieter*innen eine Untervermietung ablehnen und somit die wirtschaftliche Strategie eines Unternehmens untergraben.

Weshalb sollte die bisherige Regelung zur Untermiete beibehalten werden?

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Die bisherige Regelung im Mietrecht funktioniert gut. Eine Zustimmung der Vermieterseite ist schon heute erforderlich, und der Schutz vor einer missbr√§uchlichen Untervermietung durch einen/eine Mieter*in ist gen√ľgend stark, da die Vermieterseite eine Untervermietung ablehnen kann. Mit der Revision w√§re die Untervermietung kein Recht mehr, sondern die Vermieterseite k√∂nnte fast nach Belieben √ľber deren Gew√§hrung entscheiden.

Worum geht es bei der Gesetzesrevision zur K√ľndigung aufgrund von Eigenbedarf?

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Das neue Gesetz sieht eine Einschr√§nkung des Mieterschutzes bei der K√ľndigung wegen Eigenbedarfs durch die Vermieterschaft vor. Der Eigenbedarf muss k√ľnftig nicht mehr ¬ędringlich¬Ľ sein, wie es bis anhin der Fall war.

Wenn heute ein/eine Vermieter*in Eigenbedarf geltend macht, nehmen die Gerichte eine echte Interessenabw√§gung zwischen den Anliegen der Mieter- und Vermieterseite vor. Mit dem neuen Gesetz w√ľrde diese Abw√§gung immer zugunsten der Vermieterseite ausfallen, auch wenn die Situation der Mieterseite prek√§r ist. Man denke hier an eine √§ltere Person oder Familie, die schon lange in ihrer Wohnung wohnt, aus der sie ger√§umt werden w√ľrde. Da die Mieterschaft im Mietvertrag sowieso bereits die schw√§chere Partei ist, ist diese zus√§tzliche Verschlechterung sehr problematisch.

In der Praxis wird der Eigenbedarf zudem bereits heute oft nur als Vorwand geltend gemacht, um einen Mieter bzw. eine Mieterin loszuwerden und die Wohnung zu einem höheren Mietpreis weiterzuvermieten. Indem die Vermieterseite vom Nachweis der Dringlichkeit des Bedarfs befreit wird, wird das Risiko eines Missbrauchs durch die Vermieterschaft vervielfacht und die Position der Mieterseite deutlich geschwächt.

Weshalb sollte die bisherige Regelung zum Eigenbedarf beibehalten werden?

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Die derzeitige Praxis des Bundesgerichts bei der Beurteilung einer K√ľndigung wegen Eigenbedarfs der Vermieterseite ist bereits heute eher vermieterfreundlich. Mit dem neuen Gesetz w√ľrde k√ľnftig die Interessenabw√§gung praktisch immer zugunsten der Vermieterseite ausfallen, selbst wenn die Situation der Mieterin oder des Mieters prek√§r ist (z. B. √§ltere Menschen, die seit Jahren in einer Wohnung leben). Damit w√ľrde das Machtungleichgewicht zuungunsten der Mieterseite weiter verst√§rkt. Das neue Gesetz w√ľrde zu h√§ufigeren Mieterh√∂hungen f√ľhren und die Zahl der bezahlbaren Wohnungen weiter verringern. In der Praxis zeigt sich, dass solche K√ľndigungen meist gegen√ľber langj√§hrigen Mieter*innen ausgesprochen werden, die von niedrigen Mieten profitieren. Danach werden die Wohnungen zu h√∂heren Mietpreisen weitervermietet.

Weshalb spricht man vom Plan der Immobilien-Lobby?

Was ist der Plan der Immobilienlobby beim Angriff auf das Mietrecht?

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Die Immobilien-Lobby nutzt ihre politische Kraft, um insbesondere die Interessen der grossen Immobilienkonzerne zu vertreten. Sie reicht im Parlament kontinuierlich Vorst√∂sse ein, um die Rechte der Mieter*innen zu schw√§chen. Weil vonseiten der Immobilien-Lobby bewusst darauf verzichtet wurde, alle diese Initiativen in einer einzigen Vorlage zu behandeln, wie es im Normalfall √ľblich ist, ist der Mieterinnen- und Mieterverband gezwungen, sich gegen jede einzelne Gesetzesrevision separat zu wehren. Das erschwert ihre Anfechtung und macht den Kampf gegen diese Gesetzesrevisionen teuer. Diese Salamitechnik (eine Gesetzesrevision in mehrere Teile zu zerlegen) geh√∂rt zum Plan der Immobilien-Lobby.

Das Ziel, das die Immobilien-Lobby mit ihrem perfiden Plan verfolgt, ist klar: Im ersten Schritt w√ľrde es f√ľr die Vermieterseite einfacher, Mietvertr√§ge zu k√ľndigen, und f√ľr Mieter*innen w√ľrde es schwieriger, sich dagegen zu wehren. In einem zweiten Schritt will die Immobilien-Lobby erreichen, dass die Vermieter*innen ihre Wohnungen einfacher zu einem noch h√∂heren Mietzins vermieten und so ihre Profite steigern k√∂nnen.

Wer im Parlament ist Vertreter*in der Immobilien-Lobby?

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Die b√ľrgerlichen Parteien unterst√ľtzen den Angriff auf das Mietrecht. Viele b√ľrgerliche Parlamentarier*innen sitzen in den Verwaltungsr√§ten oder Vorst√§nden von Organisationen, die die wirtschaftlichen Interessen der grossen Immobilienkonzerne unterst√ľtzen. So sind sie beispielsweise in den Organen des Hauseigent√ľmerverbandes HEV, der verschiedenen kantonalen Immobilienkammern sowie verschiedener privater Versicherungsgruppen, die heute die Mehrheit der Mietwohnungen besitzen, zu finden. Als Mehrheit im Parlament bilden diese Parlamentarier*innen die politische Kraft der Immobilien-Lobby und vertreten deren Interessen r√ľcksichtslos.

Weshalb will die Immobilien-Lobby das Mietrecht ändern?

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Die von der Immobilien-Lobby angestrebten Revisionen des Mietrechts w√ľrde es der Vermieterseite in einem ersten Schritt erm√∂glichen, laufende Mietvertr√§ge leichter zu k√ľndigen und Mieter*innen aus ihren Wohnungen zu werfen. In einem zweiten Schritt soll es sodann f√ľr Vermieter*innen einfacher werden, die Wohnungen zu einem h√∂heren Mietzins zu vermieten und so ihre Profite zu steigern. Kurz: Zuerst einfacher rauswerfen, dann Mieten erh√∂hen. All dies auf Kosten der Mieter*innen.

Wie können die Mieter*innen in der Schweiz mit ihren Anliegen mehr Gewicht erlangen?

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Die Mieter*innen sitzen in der Schweiz am k√ľrzeren Hebel. Sie m√ľssen √ľberh√∂hte Mieten bezahlen und das ohnehin eher schwache Mietrecht wird von der Immo-Lobby immer wieder angegriffen.

Die Mieter*innen sind jedoch nicht wehrlos: Sie k√∂nnen ihre Interessen an der Urne durchsetzen, indem sie das Doppelreferendum unterzeichnen, f√ľr Initiativen stimmen, die Mieteranliegen unterst√ľtzen und Parlamentarier*innen w√§hlen, die ihre Interessen vertreten.

Ausserdem sollten sie sich nicht davor scheuen, im Alltag ihre Rechte einzufordern, wenn es im Mietverhältnis Probleme gibt. Werden Sie Mitglied beim Mieterinnen- und Mieterverband und lassen Sie sich rechtlich beraten. Hier finden Sie die Adressen.

Was droht Mieter*innen konkret, wenn die Gesetzesrevisionen angenommen werden?

Wenn ich f√ľr einige Jahre ins Ausland oder in einen anderen Kanton ziehe, um dort zu arbeiten, kann ich dann meine Wohnung noch untervermieten?

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Ja, aber mit der Gesetzesrevision kann die Vermieterseite die Zustimmung zu einer Untervermietung mit einer Dauer von mehr als zwei Jahren verweigern. So k√∂nnen Personen, die l√§nger als 24 Monate im Ausland oder in einem anderen Kanton arbeiten wollen, nicht mehr sicher sein, dass sie ihre Wohnung untervermieten d√ľrfen. Die Vermieterseite k√∂nnen praktisch frei entscheiden, ob sie die Untervermietung eines Teils oder der gesamten Wohnung durch den Mieter oder die Mieterin akzeptieren oder nicht.

Die Revision f√ľhrt zudem neue Formvorschriften ein, wie die schriftliche Zustimmung der Vermieterseite vor der Untervermietung eines Objekts (bis dahin gen√ľgte die Zustimmung nach dem Prinzip ¬ęwer sich enth√§lt, stimmt zu). Ausserdem verlangt sie von der Mieterseite, dass sie die Vermieterin √ľber alle √Ąnderungen w√§hrend der Dauer der Untervermietung informiert (Namens√§nderungen, Dauer usw.). Bei Nichteinhaltung kann die Vermieterseite den Vertrag der Person, die ihre Wohnung untervermietet, mit sofortiger Wirkung k√ľndigen. Wenn also die Person, die untervermietet, keine schriftliche Zustimmung der Vermieterseite erhalten hat oder es vers√§umt hat, dieser bestimmte geringf√ľgige Informationen zu √ľbermitteln, kann ihr der Mietvertrag mit einer K√ľndigungsfrist von 30 Tagen gek√ľndigt werden. Mieter*innen k√∂nnten also wegen einfacher Formalit√§ten ihre Wohnung verlieren.

Wenn ich in einem anderen Kanton studiere, ist es dann immer noch möglich, ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft unterzuvermieten?

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Ja, aber mit dem neuen Gesetz kann die Vermieterseite die Zustimmung zu einer Untervermietung mit einer Dauer von mehr als zwei Jahren verweigern. Wenn eine Studentin also einen dreijährigen Bachelorstudiengang absolviert, ist ihr nicht mehr garantiert, dass sie während dieser Zeit das gleiche Zimmer untervermieten kann.

Ist es noch möglich, als Untermieter*in einer Wohngemeinschaft zu wohnen?

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H√§ufig funktionieren Wohngemeinschaften nach einem Untermietmodell. Das heisst, eine Person unterschreibt den Mietvertrag und vermietet die Zimmer dann an Dritte weiter. Die Revision macht keinen Unterschied f√ľr die Teil-Untervermietung. Die neuen strengen Massnahmen gelten also auch bei der Untervermietung eines Zimmers in einer Wohngemeinschaft. So k√∂nnten Studierende ihr Zimmer innerhalb von 30 Tagen verlassen m√ľssen, wenn einfache Formalit√§ten nicht eingehalten wurden (z. B. ein Wechsel des Untermieters, der der Vermieterseite nicht mitgeteilt wurde).

Ich bin eine ältere Person, die ein Zimmer in meiner Wohnung untervermietet. Ist das mit dem neuen Gesetz noch möglich?

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Ja, aber die Regeln f√ľr die Untervermietung werden auch in F√§llen einer Teil-Untervermietung, die sich auf die Untervermietung nur eines Zimmers und nicht der gesamten Wohnung bezieht, strenger sein. Dies ist sehr h√§ufig bei √§lteren Menschen der Fall, die Zimmer ihrer zu grossen Wohnungen untervermieten, um ein wenig Gesellschaft zu haben und die Mietkosten zu verringern. So k√∂nnte eine √§ltere Person ihre Wohnung verlieren, wenn sie ein Zimmer untervermietet, ohne ausdr√ľcklich die schriftliche Zustimmung der Vermieterseite erhalten zu haben, oder wegen anderer einfacher Formalit√§ten.

Was kann ich tun, wenn mein*e Vermieter*in nicht auf meinen Antrag auf Untervermietung reagiert? Droht mir eine K√ľndigung des Mietvertrags?

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Bisher galt das Prinzip ¬ęWer sich enth√§lt, stimmt zu¬Ľ, d.h. der/die Mieter*in richtete einen Antrag auf Untervermietung an die Vermieterseite, die sich innerhalb von 30 Tagen dazu √§ussern musste. Ohne Antwort konnte die Mieterin davon ausgehen, dass ihr Antrag angenommen wurde. Mit der Revision ist die schriftliche Zustimmung des Vermieters erforderlich. Der/die Vermieter*in kann sogar den Vertrag der Mieterin k√ľndigen, wenn sie ihre Wohnung ohne schriftliche Zustimmung untervermietet hat. Auch hier k√∂nnten Menschen wegen einfacher Formalit√§ten ihre Wohnung verlieren.

Kann ich mein gepachtetes Geschäft noch untervermieten?

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Das neue Gesetz ber√ľcksichtigt die Unterverpachtung von Gesch√§ftsr√§umlichkeiten nicht - eine Praxis, die in der Schweiz jedoch weit verbreitet ist. So kann die Vermieterseite die Untervermietung eines gepachteten Gesch√§fts ablehnen, wenn sie l√§nger als zwei Jahre dauert. Eine so kurze Dauer der Unterverpachtung, z.B. f√ľr Restaurants oder Fitnesscenter, ist jedoch schwer vorstellbar.

Mit der Verweigerung der Untervermietung können Vermieter*innen die wirtschaftliche Strategie eines Unternehmens untergraben. Dies ist ein Eingriff in die wirtschaftliche Freiheit, die in der Verfassung in Artikel 27 garantiert wird.

Kann mein*e Vermieter*in meinen Mietvertrag unter Berufung auf Eigenbedarf k√ľndigen, auch wenn ich seit 30 Jahren in der Wohnung wohne?

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Bereits heute kann die Vermieterseite einen solchen langj√§hrigen Vertrag k√ľndigen, wenn sie sich auf einen dringenden Bedarf f√ľr sich selbst, ihre n√§chsten Verwandten oder Verschw√§gerten berufen kann (Art. 261 Abs. 2 Bst. a OR). Im neuen Gesetz wird die Dringlichkeit des Eigenbedarfs der Vermieterseite gestrichen und durch sehr vage Begriffe ersetzt (¬ęwichtiger und aktueller Bedarf¬Ľ).

Heute nehmen die Gerichte bei der Begutachtung von F√§llen betreffend Eigenbedarf eine echte Interessenabw√§gung zwischen den Anliegen der Mieter- und Vermieterseite vor. Mit dem neuen Gesetz w√ľrde diese Abw√§gung immer zugunsten der Vermieterseite ausfallen, auch wenn die Situation der Mieterseite prek√§r ist. Man denke hier an eine √§ltere Person oder Familie, die schon lange in ihrer Wohnung wohnt, aus der sie ger√§umt werden w√ľrde. Da die Mieterschaft im Mietvertrag sowieso bereits die schw√§chere Partei ist, ist diese Verschlechterung sehr problematisch.

Wie kann ich sicherstellen, dass mein*e Vermieter*in die Wohnung f√ľr sich selbst nutzt und sie nicht einfach teurer weitervermietet?

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Tats√§chlich kann dies nicht sichergestellt werden, denn eine nachtr√§gliche Kontrolle ist im Gesetz nicht vorgesehen. Dieses Problem, dass die Vermieterseite die Wohnung nach der K√ľndigung gar nicht f√ľr sich selbst nutzt, sondern teurer weitervermietet, ist leider bereits heute g√§ngig. Oft rechtfertigt sich die Vermieterseite dann damit, dass die Angeh√∂rigen, f√ľr die die Wohnung urspr√ľnglich bestimmt war, w√§hrend des Verfahrens zur Anfechtung der K√ľndigung gezwungen gewesen seien, eine andere Wohnung zu finden.

Mein Problem sind die hohen Mieten. Weshalb soll ich das Doppelreferendum unterschreiben?

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Ihre Unterschrift f√ľr das Doppelreferendum zur Untermiete und zum Eigenbedarf ist wichtig, denn diese Gesetzesrevision ist erst der erste Teil des perfiden Plans der Immobilien-Lobby: Zuerst einfacher rauswerfen, dann Mieten erh√∂hen.

In den letzten Jahren hat die Immobilien-Lobby rund ein Dutzend Initiativen im Parlament eingereicht, um das Mietrecht zu verschlechtern. Die nächsten Vorstösse, die bereits in der Pipeline im Parlament sind, zielen darauf ab, die Mieten weiter zu erhöhen und den Schutz der Mieter*innen zu schwächen. Mit der Unterzeichnung dieses Doppelreferendums geben wir der Immobilien-Lobby ein starkes Signal, dass wir Mieter*innen uns nicht alles gefallen lassen.

Gibt es denn aktuell Probleme bei der Untermiete oder beim Eigenbedarf?

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Die Untervermietung ist heute bereits gesetzlich geregelt und funktioniert gut. Die geplanten √Ąnderungen bedeuten einzig und allein, dass die Vermieterseite noch mehr Macht erh√§lt. Sie k√∂nnen Mieter*innen die K√ľndigung aussprechen, wenn diese einfache Formalit√§ten nicht einhalten.

Die K√ľndigung der Wohnung wegen Eigenbedarfs des Vermieters existiert ebenfalls bereits heute im Gesetz. Sie wird in der Praxis in der Regel bereits zugunsten der Vermieterseite ausgelegt. Heute ist mit dem Kriterium der Dringlichkeit im Gesetz immerhin festgelegt, dass die Vermieterseite ihren Mieter*innen nur dann k√ľndigen kann, wenn er einen konkreten Bedarf hat. Mit der Revision wird dieses Element abgeschafft, wodurch der Schutz der Mieter*innen vor K√ľndigungen untergraben wird und es noch viel einfacher f√ľr die Vermieterseite wird, den/die Mieter*in aus der Wohnung zu werfen, selbst in einem H√§rtefall.

Ich bin Vermieter*in, weshalb soll ich das Doppel-Referendum unterschreiben?

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Dieser Angriff auf das Mietrecht dient primär den Interessen der profitorientierten Immobilienkonzerne. Die Mehrheit der anständigen Vermieter*innen leidet darunter, weil ein schlechtes Bild der Vermieter*innen gefördert wird, welche nur auf Rendite aus sind und Mieter*innen wegen Nichtigkeiten aus der Wohnung werfen wollen. Mit der neuen Regelung könnten Konflikte mit der Mieterschaft zunehmen und das Klima zwischen Mieter*innen und Vermieter*innen könnte sich verschlechtern. Aus unserer Sicht gibt keinen Bedarf, etwas am bewährten System zu verändern.

Ich bin Geschäftsmieter*in, betreffen mich die Gesetzesänderungen zum Eigenbedarf und zur Untermiete?

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Ja, die beiden Gesetzesrevisionen betreffen auch die Gesch√§ftsmieter*innen. So wird zum einen die K√ľndigung eines Gesch√§ftslokals wegen Eigenbedarfs erleichtert, dies liegt keineswegs im Interesse der Gesch√§ftsmieter*innen.

Zum anderen erh√∂ht sich bei der Unterverpachtung einer Gesch√§ftsr√§umlichkeit die Verhandlungsmacht des der Vermieter*in zum Nachteil des/der P√§chter*in. Das neue Gesetz beg√ľnstigt eine Reihe von einseitigen und willk√ľrlichen Ablehnungsgr√ľnden, obwohl der/die Mieter*in grunds√§tzlich ein Recht auf Untervermietung hat.

Die M√∂glichkeit, eine Untervermietung von mehr als zwei Jahren verweigern zu k√∂nnen, ist zu starr, insbesondere bei der Vermietung von Gesch√§ftsr√§umlichkeiten. F√ľr Personen, die ein Gesch√§ftslokal mieten, ist die Untervermietung oft eine M√∂glichkeit, m√∂gliche Sch√§den zu begrenzen. Im Bereich der Gastronomie mussten beispielsweise w√§hrend der Pandemie viele Unternehmen ihre Kapazit√§ten anpassen oder sogar aufgrund der Entscheidungen des Bundesrates ihren Betrieb vor√ľbergehend einstellen und haben in der Zwischenzeit ihre R√§umlichkeiten ganz oder teilweise untervermietet, um die Kosten zu senken und/oder Synergien mit anderen Unternehmen zu entwickeln.